SWEDISH PUSSY POWER

Kurzfilme von Joanna Rytel, Ninja Thyberg, Lovisa Siren

Ein Programm mit Kurzfilmen von drei jungen schwedischen Filmemacherinnen, die mal provokant, mal verspielt für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität plädieren.

Joanna Rytel lotet in ihren experimentellen Video Essays („Flasher Girl On Tour“/„Unplay“) die letzten Tabus von Sexualität in einer liberalen Gesellschaft aus und setzt sich selbst den Reaktionen ihrer Umgebung aus. Das Märchen von „Once upon a Time there was an unfaithful mummy“ erzählt Rytel ihrer kleinen Tochter. Doch was versteht eine Dreijährige von Untreue?

Ninja Thybergs Kurzspielfilm „Hot Chicks“ kreist um die Ambivalenz zwischen weiblicher Selbstbewusstheit und der Frau als Sex Objekt. Der Experimentalfilm „Vat“ zelebriert die weibliche Vulva als Kraftquelle.

Darf eine Frau sich von einem Mann helfen lassen ohne dabei ihre Selbstbestimmtheit zu verlieren? Das fragt schliesslich die junge Filmemacherin Lovisa Sirén in ihrem zweiten Kurzfilm „Pussy have the Power“.

 

Im Anschluss an die Vorstellungen findet ein Filmgespräch mit den Filmemacherinnen statt.

In Anwesenheit von Ninja Thyberg, Joanna Rytel und Lovisa Sirén.

 


HOT CHICKS

von Ninja Thyberg

SWE 2014, Fiction, 15 min.

Schwedisch / UT: Englisch

 

Fünf junge Frauen bereiten sich in einer Umkleidekabine auf ihren Auftritt in einem Musikvideo vor. Der Titel des Stücks: „Hot Chicks“. Möglichst sexy sollen sich die fünf neben dem männlichen Künstler präsentieren. Kritische Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper als Objekt vor der Kamera.

 

FLASHER GIRL ON TOUR

von Joanna Rytel

SWE 2010, Documentary, 14 min.

Schwedisch / UT: Englisch

 

Joannas Beitrag zur Dirty Diaries Collection (http://www.dirtydiaries.org), Flasher Girl On Tour, handelt von einer Exhibitionistin auf Tour. Kann man sich als Frau öffentlich entblössen, ohne zum Objekt zu werden? Kann man im öffentlichen Raum sexuell sein, nur für und mit sich selber? Ist Flasher Girl On Tour ein Rachefilm? Nein, nicht im geringsten. Die Menschen scheinen zu glauben, schlechtes Benehmen sei den Männern vorbehalten. Denn sobald eine Frau sich schlecht benimmt, meint man, sie ahme Männer nach oder räche sich am Patriarchat. Das ist falsch! Diese Exhibitionistin entblösst sich gerne in der Öffentlichkeit und empört die Leute mit Vergnügen. 

 

VåT

von Ninja Thyberg

SWE 2010, Experimental, 3 min.

ohne Dialog

 

Eine pulsierende, saftige, farbenfrohe Explosion weiblicher Lust.

 

 

 

 

 

UNPLAY

von Joanna Rytel

SWE 2010, 6 min.

Schwedisch / UT: Englisch

 

Ein Mädchen reist umher. Sie, das bin ich. Sie schläft mit vielen Männern. Nach einiger Zeit trifft sie zwei Jungs, die miteinander befreundet sind. Zwei Schwänze in ihren kleinen feministischen Händen. Was für ein verdammter Luxus!

 

 

 

ONCE UPON A TIME THERE WAS AN UNFAITHFUL MUMMY

von Joanna Rytel

SWE 2013, Documentary, 10 min.

Schwedisch / UT: Englisch

 

Eine Mutter erzählt ihrer Tochter ein Märchen. “Es war einmal eine untreue Mutter, und das war ich…”. Aber wie kann eine Dreijährige verstehen, was ein Seitensprung bedeutet? Und wie hat sich eine Mutter gegenüber ihrem Kind zu verhalten? Joanna Rytel wirft einen provokanten und zugleich wohltuender Blick auf Mutterschaft und Frau sein.

 

PUSSY HAVE THE POWER

von Lovisa Sirén

SWE 2014, Fiction, 14 min.

Schwedisch / UT: Englisch

 

Pussy have the power“ ist ein von vier jungen Frauen improvisierter Song in einem Musikstudio. Als ein etablierter Produzent aufkreuzt, bietet sich den Frauen die Möglichkeit, ihren Song zu verkaufen, was sie  erfolgreich machen könnten. Dabei riskieren sie aber die Message ihrer Musik aufzugeben.

 

 


Vorfilm: MANUEL SCHEIWILLER COLLECTION WINTER 2011 

von Manuel Scheiwiller

CH 2011, 3 min.

ohne Dialog

 

Ein märchenhaftes Setting, bevölkert mit seltsamen Gestalten und Dingen, neblig und in traumartiges Licht getaucht. Angezupfte Saiten einer Harfe rhythmisieren einen mäandrierenden Blick um ein nacktes Paar, das sich selbstvergessen dem Liebesspiel hingibt.

Ist das Bild von Nacktheit und sexuellem Akt bei den jüngeren Produktionen von Manuel Scheiwiller (Videos und Performances) eher in der Lust an deren harten Konfrontation mit der Kunstwelt zu sehen, so wählt er mit „collection, winter 2011“ einen sanfteren und zugleich konzeptuelleren Weg. Die Erotik ist nun eingefügt in ein ausgeklügeltes und liebevolles Setting, aber Scheiwiller entlarvt dieses Zurücklehnen gleichzeitig mit dem Titel, der ein (fiktives) Modelabel einführt, und damit das Ganze als Ästhetik der Designwelt propagiert und, wie die Pornografie, als Kommerzialisierung der Sehnsüchte entlarvt.

 

Am Samstag, 6. Dezember,  um 23 Uhr findet die spektakuläre Performance von Manuel Scheiwiller Makeout4ultimate im Festivalzentrum Amboss Garage statt. Don't miss this one!