A FOUR CHAMBERED HEART

Filmmaker in Focus

VEX ASHLEY

 

Four Chambers ist ein Indie-Porn Projekt, welches gekonnt immer wieder die Brücke von Kunst zu expliziter Pornografie schlägt. Als roter Faden zieht sich dabei die unwiderstehlich antörnende Wirkung durch die mittlerweile zahlreichen Filme des Kollektivs. Four Chambers schreckt nicht davor zurück, sich von Mainstream-Pornografie inspirieren zu lassen und diese klar ausgerichteten Bilder immer wieder aufs Neue zu durchbrechen. In diesem Filmblock zeigen wir vier Filme, welche im Anschluss mit Vex Ashley besprochen werden. Vex ist die öffentliche Vertretung des Kollektivs und selbst Darstellerin, Regisseurin sowie diesjähriges Jurymitglied an den Porny Days.

 


GLOAMING 🚨

UK 2017, 9 min

Performer Black Bishop ist ebenfalls anwesend

 

In der Dämmerung, während die Sonne unter die Horizontlinie fällt, bedecken blaue und orangefarbene Tränen den Himmel. Es ist weder Tag noch Nacht. Ein Dazwischen, ohne genaue Definition, so flüchtig und schön, wie dieser Film.

RED SHIFT 🚨

UK 2016, 10 min

 

Durch eine Glasscheibe von der Aussenwelt getrennt, siehst du, wie alles an dir vorbezieht. Im Inneren dieses kleinen Universums vergeht die Zeit anders. Du beobachtest und wirst von anderen Fahrenden beobachtet. Ein Traum-Prisma aus bewegten Lichtern und voyeuristischen Blicken. Eine überaus erregende Taxifahrt.

THE FUNCTION OF THE FLESH 🚨

UK 2017, 13 min

 

In Marquise De Sades Schriften findet sich der klassische Archetyp des willigen weiblichen Opfers in der leidenden Justine. Gegenteilig nimmt Juliette eine subversive Rolle ein, welche gefrässig ihrem sexuellen Appetit nachgeht. Juliette lehnt also die Viktimisierung ab und wird zur brutalen, erfolgreichen und kompromisslosen Meisterin ihres eigenen sexuellen Verlangens. Ein sexpositiver Film, der ohne sanfte Beleuchtung und Sinnlichkeit auskommt und die Grenzen zwischen REAL SEX und PORNO SEX zu verwischen beginnt.

ATROPHY PORTRAITS II 🚨

UK 2018, 13 minPerformerin Lina Bembe ist ebenfalls anwesend

 

Inspiriert ist dieser Film von weiblichen Portraits der Renaissance-Malerei und den darin angelegten Blickstrukturen der Macht. So schauen die portraitierten Frauen auf diesen Gemälden oft zurück und nehmen die Betrachtenden selbst ins Visier. Wir Zuschauenden werden angeregt zu einem Dialog über das kraftvolle Potential einer häufig vermeintlich mit Passivität umschriebenen Submissivät.